+49 (0) 163 62 32 512 info@audiio.de

Angst vor der Narkose

Viele Menschen haben Angst vor der Narkose. Heutzutage gibt es jedoch fundierte Verfahren, um eine gut dosierte Narkose für jeden Patienten individuell zu gewährleisten. Jedoch kann es dennoch zu einer kognitiven Störung (Delir) kommen. Hierbei können Angst und Halluzinationen auftreten. Wer gefährdet ist, wie ein Delir entsteht und wie man ihn frühzeitig erkennt, erfahren Sie hier:

 

Wie kommt es zu einem Delir nach einer Narkose?

Während der Narkose und durch die Manipulation während der Operation entstehen im Gewebe Entzündungsstoffe. Sie durchfluten den Körper, durchdringen die Blut-Gehirn-Schranke und greifen die Gehirnzellen an. Schmerzen und Stress sowie einige Medikamente verstärken diesen Effekt. Häufig kommt ein EEG-Narkosemonitor zum Einsatz, um die Narkose besser steuern zu können.

Nicht nur ältere Patienten von einem Delir betroffen.

Je älter die Patienten sind, desto stärker sind jedoch die Symptome und desto länger dauert häufig die Erholungsphase. In einigen Fällen können sogar bleibende Schäden im Gehirn bleiben.

Wie erkennt man ein Delir?

Ein Delir lässt manchmal leicht diagnostizieren; Etwa wenn der Patient z.B. am zweiten Tag nach der Narkose plötzlich wirr redet, aggressiv reagiert, und an Kabeln und Infusionsschläuchen reißen. Bei drei von zehn Patienten verläuft die Störung dagegen unauffällig: Die Patienten liegen ruhig im Bett, sie wirken in sich gekehrt aber beschwerdefrei. Die Probleme dieser Patienten erkennt ein Arzt nur, wenn er gezielte Tests auf Aufmerksamkeits- und Denkstörungen macht. Hier können einfache Fragen nach Jahreszeit und Aufenthaltsort gute Hinweise geben.

Was kann man gegen ein Delir tun?

Wird ein Delir erkannt, so können Medikamente und besondere Aufmerksamkeit die Ausnahmesituation des Gehirns gut lindern. Eine leise und reizarme Umgebung hilft ebenfalls, da zusätzlicher Stress vermieden wird. Auch gut informierte Angehörige können durch liebevolle Unterstützung und Zuversicht dabei unterstützen, die Auswirkungen eines Deliriums in kleinen Schritten zu überwinden.
Die beste Chance bietet aber die Prävention. Forschergruppen arbeiten daran, Biomarker zu entwickeln, die Aufschluss darüber geben, wer ein höheres Risiko für ein Delir hat. Diese Patienten sollten dieses Wissen in ihre individuelle Risikoabwägung für oder gegen eine Operation mit einbeziehen.

Diese Punkte sollten Patienten berücksichtigen:

Ehrlich sein: Fragen des Behandelnden vor und nach der Narkose ehrlich beantwortet. Falsche Scham ist hier fehl am Platz, weil sie den Behandlern die Chance nimmt, die richtigen Medikamente zu wählen und ein Delir frühzeitig zu erkennen.
Körperlich fit sein: Wer körperlich fit ist, Normalgewicht hat und nicht raucht, kann die narkose- und operationsbedingten Stressreaktionen besser verarbeiten.
Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel ist ein Risikofaktor für ein Delir. Sie sollten daher vor der Operation ausreichend essen und trinken solange es der Narkosearzt erlaubt.
Schmerzen bekämpfen: Versuchen Sie kein Held zu sein. Schmerzen verursachen Stress und dieser begünstigt ein Delir. Daher sollten Sie angebotene Schmerzmittel nicht unnötig ablehnen.
Geistige Anregung: Vertraute Personen und Gegenstände können die Orientierung unterstützen. Verwenden Sie Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät so früh wie möglich nach der Narkose
Entspannung üben: Bereits im Vorfeld einer Operation können sie damit anfangen, gezielt zu üben, Stress abzubauen und auf die eigenen Körpersignale zu hören. So gehen Sie bereits entspannter in eine Operation und erleichtern Ihrem Körper, die Ausnahmesituation auch ohne Bewusstseinsstörungen zu verarbeiten.